15.05.2019 - Nicole Karrer

Therapeutisches Malen mit Kindern und Jugendlichen

Prozesse kreativ beginnen und abschließen.

Gerade im Arbeiten mit Kindern und Jugendlichen höre ich in meiner Praxis als systemische Therapeutin häufig Sätze, wie „Ich habe keine Lust zu reden….!“ oder „Alles okay!“ und somit benötige ich Alternativen zu den üblichen verbalen Kontaktaufnahmemöglichkeiten. 

Für viele Kinder und auch Jugendliche ist Malen ein natürliches und vertrautes Medium. Das Malen bietet einen niederschwelligen und schnellen Zugang zu den Emotionen, zudem sind die Vorgehensweise und die Gestaltung aufschlussreich für diagnostische und therapeutische Prozesse. Ressourcen, Wünsche und Ängste können in Bildern sichtbar und auch in den weiteren Schritten der therapeutischen Arbeit nutzbar gemacht werden.

Besonders das Kapitel mit den Malvorlagen zum Verdeutlichen von Emotionen erlebe ich bei Kindern in der Altersgruppe zwischen 8-12 Jahren als hilfreiches Angebot. Diese Vorlagen sind vielseitig nutzbar – von der Entspannungstechnik bis hin zur Externalisierung von Problemen. Ängste können mit Sätzen versehen oder Helfer installiert werden.

Ich verwende dieses kreative Werkzeug gerne jeweils zum Beginn und Abschluss eines therapeutischen Prozesses, um damit die Veränderungen sichtbar werden zu lassen.

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Ausprobieren!

 

Therapeutisches Malen mit Kindern und Jugendlichen | Gäßer, Hovermann, Botved | erschienen 2018 im Beltz Verlag