14.11.2017 - Dr. Andrea Hirmer

Salvador Minuchin

Ein Botschafter der Systemischen Familientherapie

Salvador Minuchin lebt nicht mehr. Er war einer der großen Denker und hat die systemische therapeutische Arbeit maßgeblich geprägt.

Sein Leben prägte seine Arbeit:

Er wurde in Argentiniern als Sohn jüdischer Eltern geboren und diese Zugehörigkeit zu einer Minderheit, dieses immer anders sein, schärfte seinen Blick für soziale Gerechtigkeit.

In einem Interview erzählt er, dass er in eine große Familie hineingeboren wurde. Mit zahlreichen Tanten und Onkels, mit noch mehr Cousins und Cousinen lebte er in einem kleinen Dorf. Hier, zwischen diesen vielen Verwandten, lernte er, Menschen zu beobachten, und auch, Grenzen zu erkennen und zu ziehen („to create boundaries“). Auch, um sich zu schützen.

Er wurde Psychoanalytiker und arbeitete  mit Kindern in Harlem. Er beschreibt humorvoll, dass diese beiden – Kinder in Harlem und Psychoanalyse – einfach nicht zusammenpassten. Und dies brachte ihn dann letztendlich zur Systemischen Therapie.

Diese drei Geschichten sind exemplarisch dafür, wie er in Interviews und bei Vorträgen immer auch als Mensch sichtbar war.

 

In unserer Weiterbildung Systemische Beratung und Familientherapie lernen die TeilnehmerInnen bereits im ersten Seminar sein Modell der familiären Subsysteme kennen. Wir Trainer kennen alle dieses Chart, das in jedem Erstseminar aufgehängt und erklärt wird, und erst wenn es richtig verknittert und eingerissen ist, wird ein Neues gemalt.

Zukünftig werden wir noch eine kleine Geschichte erzählen, von Tanten und Onkels und Cousins und Cousinen …

… und so Salvador Minuchin und seine Arbeit ehren.